“Black Team ready”

28 04 2009

schallt es irgendwo aus dem Wald. “Yes” antwortet es dutzendfach hinter umgestürzten Bäumen, aus Löchern oder hinter großen Plastikfässern.

“Purple Team ready?”. “Yes” auch hier die Antwort.

“Three!”. Ich entferne den Plastiklaufschutz von meinem Gewehr.

“Two!”. Mit dem Zeigefinger drücke ich gegen die Gewehrsicherung und ducke mich weiter hinter den Baumstumpf.

“One!”. Noch einmal kurz mit dem Ärmel über die Maske gewischt und schon ertönt die Trillerpfeife. Ich springe hinter dem Baumstumpf hervor und stürme in Richtung nächste Deckung als mich 4 Kugeln treffen. 2 in die Brust, eine gegen den Oberschenkel und eine weitere direkt ins Gesicht.

Aber von Anfang an.

Um 8 Uhr war Treffpunkt am Siemens Parkplatz und zu acht ging es dann auch los auf die 2 1/2 Stunden lange Fahrt in die Poconos zu den Skirmish Paintball Feldern.

Dort angekommen waren wir erst einmal ein wenig entsetzt über die Masse an Menschen und Autos auf dem Parkplatz. Mit soviel Andrang hatten wir alle nicht gerechnet und trotzdem wollten wir unser Glück versuchen und obwohl keine Reservierung konnten wir doch nach ein paar Minuten unsere Teilnehmerkarten in den Händen halten.

Als nächstes zur Munitonsausgabe und erst einmal mit 500 Schuss pro Person eingedeckt. Danach dann noch die Klamotten abholen und ab Richtung Spielfeld.

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Besser gesagt zu den Spielfeldern denn insgesamt gibt es so um die 25 Stück davon mit allem was das Herz begehrt. Häuser, offenes Gelände mir Hubschrauberattrappen oder Panzern, Wälder mit natürlicher Deckung und sogar eine Burg.

An der Basis angekommen gabs auch gleich die Waffen und den Gesichtsschutz und in voller Montur sah man dann so aus (ich bin links ;-)):

CIMG1432

Zusammen mit ca. 40 anderen Spielern wurden wir dann in 2 Teams eingeteilt und 2 Schiedsrichtern zugeteilt die uns dann auch zum ersten Platz führten. Dieses kleine aber gemeine Feld bestand aus ein paar Holzdeckungen und Bäumen aber war für knapp 50 Leute höllisch klein.

Das Spiel war ein “total Elimination game” was soviel bedeutet wie, das Team welches nach 15 Minuten die meisten Spieler auf dem Feld oder das andere Team komplett eliminiert hat, gewinnt.

Bei einem Treffer muss man beide Arme über den Kopf strecken und in Richtung Sammelzone am Rand des Feldes gehen.

Nachdem erst einmal die Regeln erklärt wurden gings dann auch zum Startpunkt. Beide Teams in Sichtweite auf gegenüberliegenden Seiten des Feldes. Dann ging es los:

Black Team ready?

Yes!

Purple Team ready?

Yes!

3

2

1

*Trillerpfeife*

und schon schlugen die ersten Kugeln in unmittelbarer Umgebung ein. Der Start verlief recht gut, ich schaffte es wenigstens bis zur ersten Deckung, vernachlässigte aber meine linke Flanke und wurde erbarmungslos abgeschossen.

Das 2te Spiel verlief genauso nur mit umgekehrten Startpunkten. Soweit so gut dachte ich mir, rannte bei *Trillerpfeife* los um mich erst einmal gepflegt auf die Fresse zu legen. Scheiss Wurzel. Mein Teamkamerad hinter mir bezahlte sein Gelächter auch gleich mal mit einer Salve Kugeln von der anderen Seite.

Hah, recht geschiehts dir!

Ich schaffte es noch mich krabbelnder Weise hinter einen Baumstamm zu retten wurde dann aber von 2 Querschlägern erwischt und musste das Spielfeld verlassen.

Das 3te Spiel war wieder ein Waldfeld aber diesmal bedeutend größer und somit auch taktisch anspruchsvoller. Ziel war es seinen Flaggenträger zu schützen und sich bis zur anderen Basis durchzukämpfen. Bevor es losging wurden erst einmal 2 Gruppen in unserem Team eingeteilt, die Wächter der eigenen Basis und die Fahnenträgerbodguards.

Da ich keine Lust hatte an der Basis zu bleiben schloss ich mich der Bodyguardgruppe an.

Wieder ready-gefrage, Countdown und los gings. Der erste Weg führte uns in das Unterholz neben der Lichtung. Fahnenträger umringt von 3 Leuten in Deckung, links 2 und rechts 2 weitere. In dieser Konstellation wurde langsam vorgerückt. Sobald ein Gegner in Sicht kam hieß es “There´s one” Schreien und ab auf den Boden schmeissen oder sich hinter einem Baumstamm in Deckung werfen und das Feuer eröffnen. Wurde getroffen ging es Meter für Meter weiter in Richtung andere Basis.

Den Kerl mit dem M6-Maschinengewehr sah ich das erste Mal wirklich als ich hinter einer größeren Wurzel in Deckung lag und von einem Gegner mit Schüssen eingedeckt wurde.

Plötzlich kam einer mit dem Maschinengewehr im Anschlag halb auf mich, halb neben mich geflogen und schrie “Where´s the guy?”.

Ich hob nur kurz die Hand und deutete in Richtung Ziel und dann hämmerten bestimmt 30 – 50 Schuss in 5 Sekunden in Richtung Gegner der dann auch gleich die Arme hob und vom Platz trottete.

Leider bekam auch ich kurz danach 2 Schüsse in den Bauch und einen in den Hinterkopf und war raus.

Danach gabs dann auch eine kleine Pause denn bei knapp 32 Grad im Overall und mit Maske ging es irgendwann nicht mehr. Also viel getrunken, Luft in der Waffe nachgefüllt und Wunden gezählt

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Die nächsten Spiele verliefen alle relativ gleich nur das letzte wäre noch erwähnenswert. Man stelle sich vor, eine Burg, 50 Verteidiger und 50 Angreifer. Himmel was eine Schlacht. Spielregeln waren, wirst du als Verteidiger getroffen verlasse das Spielfeld und komme als Angreifer wieder zurück, wirst du als Angreifer getroffen verlasse das Spielfeld um komme als Angreifer wieder zurück was im Endeffekt bedeutet – am Ende stehen ein paar Verteidiger gegen knapp 100 Angreifer.

Da habe ich dann auch noch einmal heftige Treffer einstecken dürfen :-).

Das Ergebnis:

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Fazit:

Treffer tun weh – jedenfalls manchmal. Körpertreffer gehen einigermaßen trifft es nicht Stellen wie Schienenbein, Schulter oder Rücken. Kopftreffer sind finde ich die schlimmsten, vorallem der Hinterkopf hat ordentlich gezogen :-). Außerdem ist natürlich auch die Entfernung von Bedeutung.

Paintball wird mit Sicherheit eines meiner Top5 Highlights hier. Selten so viel Spass gehabt wie an diesem Sonntag. Das Spiel verbindet wirklich alles was man sich wünscht. Körperlich sehr anstrengend, Teamgeist, Fairness (man schiesst einfach keine Gegner ab die schon getroffen sind und zielt auch nicht absichtlich unfair), Koordination, Taktik und vor allem eine Menge Spass.

Zu den Besuchern lässt sich noch sagen – eine schöne Mann – Frau 60% – 40% Mischung und von Jung bis Alt alles vertreten. Ein Spass für die ganze Familie 🙂

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6 responses

28 04 2009
Mama

Männer- oder Frauenanteil, hin oder her, ja seid Ihr denn noch zu retten?

28 04 2009
Flo

Jenseng!!!!
Man ist das geil, ich hab grade den Beitrag gelesen und kugel mich vor lachen!
Muss das gut gewesen sein!
Verdammt nochmal! Hast du auch eine Rolle im „Doug-Heffernan-Style“ hingelegt???
Bei mir gehen die Bilder irgendwie nicht, schade aber ich hoff das geht irgendwann wieder!

Halt die Ohren steif!

29 04 2009
thomas

yeah genial 😀
wenn du wieder da bist und flo und ich 18 sind dann gehn wir auf jedenfall mal in den schwarzwald 😛 da ist auch irgendwo n paintball-feld^^

30 04 2009
Flo

„Zeit für einen zweiten Anstrich“ 😀

2 05 2009
Massel

AUA !!!!! Armer Jens! (selbst Schuld 🙂 )
Da fehlt jetzt noch ne heiße Krankenschwester, die Dir die Wunden leckt.

Beste Grüße
Massel

21 08 2009
Statistik « Jens in Princeton

[…] am meisten gelesene Artikel war Bilder Part II mit 136 aufrufen. Gefolgt von Black Team Ready mit 119 aufrufen, was mich persönlich sehr freut. Paintball kann alles […]

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