Jens @ Tal der Schmerzen

25 07 2009

Wir schreiben Samstag den 18 Juli 2009.
Es war soweit. Die Sonne schien, brannte vom Himmel und das sollte auch die nächsten Tage noch so bleiben. Endlich war die Zeit gekommen einen ganzen Tag am Strand zu verbringen. Da man hier für den Strandbesuch zahlen muss( 7$), man aber gerüchteweise gehört hatte das vor 11 Uhr der Strand kostenlos sein solle traf man sich Samstag morgens um 9 um in Richtung Belmar aufzubrechen.
Nach knapp einer Stunde fahrt sah man dann auch schon die Strandpromenade. Unten weißer Sand, blaues Meer und oben fast wolkenloser, blauer Himmel. Großartig!
Da eine günstige Wind, Erdanziehung und Gezeitenkombination herrschte waren selbst die Wellen nicht von schlechten Eltern. Also ab zum nächsten Surfshop und 2 Body Boards für Moritz und mich erstanden.
15$ die sich lohnen sollten. Naja, fast.

Anscheinend waren die Gerüchte doch nicht richtig, wir mussten also Eintritt zahlen. Egal, dafür würde auch der ganze Tag hier verbracht werden. Also schnell eine mucklige Stelle gesucht (in Nähe der abgesteckten „smoking area“), das Brett gekrallt und ab in die Fluten. Das Wasser war dann doch kälter als gedacht aber nachdem man mit einem maed männlichen Schrei einfach rein gesprungen war ging es dann doch. Naja vielleicht bis auf („Ich spüre 2 Zehen nicht mehr“).

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Nachdem man dann einige Meter von der Küste weggepaddelt war hieß es warten bis die richtige Welle kam. Sobald diese zu erahnen war hieß es paddeln, paddeln und nochmal paddeln. Notiz an mich, ich brauche so Profiflossen :-).
Wenn alles passt fängt die Welle in dem Moment an zu brechen wenn man sich auf dem höchsten Punkt befindet und ab hier gibt es 2 verschiedene Möglichkeiten was passieren kann.
1. Die coole: Man ist erst mal gaaaanz knapp hinter dem Wellenkamm, hüpft ein bisschen auf der Welle auf und ab und taucht dann nach links oder rechts in den Wellenkanal ein.
2. Die, naja nicht ganz so coole: Man ist ein wenig zu weit vor dem Wellenkamm, die Welle bricht und man wird plötzlich von seinen Beinen überholt, überschlägt sich und schluckt Unmengen von Wasser, während der Kopf Bekanntschaft mit dem sandigen Meeresboden schließt.
3. Der Normalfall: Man ist viel zu langsam und die Welle bricht über einem zusammen (Auswirkungen wie in 2 allerdings ohne wenigstens für eine Sekunde auf der Welle gewesen zu sein).

Der Wellenwahnsinn sollte sich dann auch noch steigern und gegen späten Nachmittag kamen dann teilweise 2 Meter hohe Brecher auf einen zugerollt.

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Ich hatte also 15$ für das Board ausgegeben. Dass das vielleicht ein bisschen zu billig war hätte mir eigentlich auch bewusst sein können aber egal, man will ja sparen :-). Naja, so kam es also das eine Welle von hinten auch mich zurollte, ich paddelte und plötzlich trat doch tatsächlich Fall 1 ein. Ich hüpfte ein wenig ab, wurde wieder nach oben getragen um dann gnadenlos in Fall 2 abzurutschen. Die Welle spuckte mich förmlich von sich herunter, ich hatte plötzlich die Füsse vor meiner Nase obwohl ich immer noch auf dem Bauch lag und krachte direkt vor die Welle. Was noch mehr weh tat als das Wasser, welches mir auf den Rücken klatschte war das das Gefühl als das Brett brach.
Innerlich. Leise und schnell. Ratsch.
Nachdem ich meinen Durst unter Wasser gestillt hatte und ich wieder wusste wo oben und unten ist tauchte ich auf um nach dem Rechten zu sehen. Ja, das Styropor war gebrochen. Einmal mitten durch. Aber jedenfalls war der Stoff noch heil und es wurde zusammen gehalten.
Der Schluss vorweg – am Ende hatte ich nur noch relativ kleine Styroporbrocken als Innenleben und sobald man versuchte sich auf das Brett zu legen ging man halb unter. 15$ halt.

Der Tag bestand also aus knappen 7 Stunden im Wasser, eine halbe Stunde Football spielen und knapp 1 Stunde ausruhen. Sehr anstrengend. Das leichte Brennen bemerkte ich erst gegen Ende, maß ihm aber nicht all zu viel Beachtung bei. Hätte ich vielleicht besser mal sollen.
Auf der Heimfahrt wurde es dann schon ein wenig mehr und ich musste mich ein paar Mal versichern, dass mein Stuhl nicht doch in Flammen stehen würde.
Tat er nicht. Zu Hause angekommen unter die Dusche und dann stellte sich schon das Fieber ein. Sonntag war es dann gelaufen und ich komme gleich zum Schluss – das war wohl einer der heftigsten Sonnenbrände seit langem. Der komplette Rücken röter als ein Sonnenuntergang auf Hawaii und brennender als Captain Morgan auf ex aus einem 2 Liter Glas.
Das 2 Tage später die Brandblasen sichtbar wurden brauche ich wohl nicht extra erwähnen ;-).

Fazit, ich habe heute (Donnerstag auf Freitag) das erste mal fast durchgeschlafen (davor nur max. 1 1/2 Stunden am Stück). Der Vergleich – es wäre als würde man einem die Haut vom Rücken abziehen und danach Salz rein reiben, also grobes Meersalz, mit dicken Körnern und zum reiben benutzt man Schmirgelpapier, passt.
Ich gehe nie nie nie wieder in die Sonne, jedenfalls bis die Brandblasen alle weg sind. Es war ein super Tag! Bodyboarden macht unglaublich viel Spass!

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One response

26 07 2009
Viktor

Hihi 🙂

Schade, dass ich den Beitrag erst jetzt gelesen habe. Klingt als hättest Du ne Menge über Sonnenschutz und preiswerte Bodyboards gelernt 🙂 Aber Brandblasen… Mensch, mensch, das ist schon etwas heftig.

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